1. Mobile – der Massenmarkt der Zukunft?

Mobile wird eine große Zukunft prognostiziert. Doch sind wir wirklich auf dem Weg zu einem neuen Massenmarkt? Ist Mobile tatsächlich das Mittel der Zukunft, um Menschen zu erreichen und um in den Unternehmen eine neue Marketingordnung einzuläuten? [mehr]
IFAK befragte im April 2010 42 Experten im Mobilen Markt (u.a. Geschäftsführer und Marketingverantwortliche aus den Bereichen Medien, Telekommunikation und Agenturen) zur Entwicklung im Mobilen Markt in Deutschland.
1.1 Apps und Mobile Webseiten
Das mobile Web ist da, auch dank iphone, BlackBerry und Apps. Fraglich bleibt: Was setzt sich durch - mobile Webseiten oder Applikations? [mehr]
Für
Applications sehen die Experten im Durchschnitt einen kleinen Vorsprung im Mobilen Internet im Jahr 2010 (52 Prozent Apps versus 48 Prozent Mobile Webseiten ). Bei einem größeren Zeithorizont von drei Jahren verschiebt sich die Aufteilung im Mobilen Internet in Deutschland geringfügig in Richtung Mobile Webseiten (51 Prozent Mobile Webseiten versus 49 Prozent Apps).
Das Bezahl-Internet hat sich in Deutschland nie durchsetzen können. Der Boom mit den Apps lässt jedoch viele wieder von paid contents träumen. 64 Prozent der befragten Experten sehen einen Trend hin zu bezahlten Apps und sind, was die Entwicklung der Kaufbereitschaft für Apps angeht, optimistisch. Ganz besonders die Verlags- und Medienvertreter setzen hohe Erwartungen in Bezahl-Apps. Drei Viertel dieser Gruppe (75 Prozent der Medienvertreter) ist der Meinung, dass sich Bezahl-Apps in Zukunft durchsetzen werden.
Der Wettkampf zwischen Mobilen Webseiten und Apps macht auch vor den eigenen Angeboten der Experten nicht halt. Drei Viertel der befragten Experten (75 Prozent) bietet für das eigene Unternehmen entweder eine App oder eine mobile Webseite an. Medienvertreter präsentieren sich häufiger im mobilen Internet als der Durchschnitt der Experten. Über 80 Prozent dieser Gruppe hat eine mobile Website bzw. eine App am Start. Apps scheinen bei dieser Gruppe sehr beliebt zu sein: fast 60 Prozent der Medienvertreter nutzen Apps in der Kommunikation mit der Zielgruppe.
1.2 Mobile Internet als Marketingtool
Mit dem Erfolg des mobilen Webs und Smartphones erhöht sich auch der Reiz für Unternehmen maßgeschneiderte Anwendungen zu entwickeln. Welche mobilen Dienste sind für das Marketing ganz besonders geeignet? Generell gilt: Für die meisten Marketingprodukte und –services sind mobile Lösungen brauchbar und sehr vielversprechend einsetzbar, so die Experten. [mehr]
Mobile Onlinelösungen bieten sich ganz besonders beim
Verkauf von Produkten und als M-Paymenttools an. So bescheinigen acht von zehn Experten mobilen Bezahlmöglichkeiten (86 Prozent; Top-2-Box auf einer 5-Punkte-Skala), Couponing (83 Prozent) und Anwendungen zum Preisvergleich (81 Prozent) eine hervorragende bis gute Eignung für den mobilen Markt.
Schwerer tut sich momentan noch die Produktvermarktung. Weniger als die Hälfte der Experten (48 Prozent; Top-2-Box auf einer 5-Punkte-Skala) sieht aktuell hervorragende bis gute Erfolgsaussichten für Werbung und nur ein Drittel (33 Prozent) für eine erfolgreiche Markeninszenierung im mobilen Internet.
Unschlagbar bleiben Mobile Anwendungen jedoch, wenn es um die Orientierung am Standort und lokale Informationsbeschaffung geht (95 Prozent; Top-2-Box auf einer 5-Punkte-Skala).
1.3 Mobile Internet & Mediennutzung
Doch wie wird sich das Mobile Web auf die Mediennutzung – auf Zeitungen, TV und Radio – in Deutschland auswirken? Droht den klassischen Medien das Aus?
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Die Experten glauben einstimmig (98 Prozent), dass Mobile Webseiten und Apps die Mediennutzung beeinflussen werden. Trotz des erwarteten Erfolgs des Mobilen Internets sehen die Experten klassische Medien keineswegs am Ende. Vielmehr halten acht von zehn Befragten (83 Prozent) mobile Onlineinhalte für eine gute Ergänzung zu den klassischen Medien.
Knapp ein Viertel (23 Prozent) geht jedoch davon aus, dass Mobile Inhalte ausschlaggebend dafür sind, dass klassische Medien weiterhin genutzt werden.
Bei den Experten mit Medien- und Verlagshintergrund ist sogar ein Drittel dieser Meinung (33 Prozent). Ein Aus für die klassischen Medien sieht jedoch keiner.
1.4 Pressemeldungen & Handouts
Hier finden Sie aktuelle Pressemitteilungen und das Handyout zur Studie [mehr]
2. Mobile Scan 2009 - Handynutzung in Deutschland
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Das IFAK Institut hat in einer Eigenstudie den deutschen Mobilfunkmarkt analysiert und die Nutzungspotenziale für mobile Anwendungen wie mobiles Internet, E-Mail und Mobile Marketing Services ausgelotet. [mehr]
Ende März 2009 wurden im Rahmen einer Onlinestudie 1.011 Mobilfunknutzer zwischen 14 und 69 Jahren in Deutschland befragt. Durch Segmentation auf Basis von Nutzungshäufigkeiten und Anschaffungsabsichten von Handy-Ausstattungsmerkmalen und Einstellungen rund ums Mobiltelefon wurden sieben Nutzertypen definiert. IFAK hat sieben Nutzertypen identifiziert. Das Ergebnis ist ein Zielgruppenansatz, der die Affinität unterschiedlicher Typen zum Mobiltelefon mit Infos für das Mobile Marketing kombiniert.
2.1 Mobile Scan 2009 - Nutzertypen
IFAK hat sieben Nutzertypen identifiziert. Das Ergebnis ist ein Zielgruppenansatz, der die Affinität unterschiedlicher Typen zum Mobiltelefon mit Infos für das Mobile Marketing kombiniert. [mehr]
Mobile Innovative Type
Die Vertreter dieser Gruppe sind größtenteils männlich und zwischen 30 und 39 Jahre alt. Diese Handyfreaks sind die innovativste Gruppe und verfügen häufig über ein Smartphone. Besonders wichtig sind dem Mobile Innovative Type Internet- und E-Mail Funktion des Mobiltelefons und der Zugriff auf mobile Internetdienste.
Multi Entertainment Type
Der Multi Entertainment Type ist sehr häufig jung, d.h. in der Altersgruppe zwischen 14 und 29 Jahre zu finden. Er nutzt überdurchschnittlich häufig die Entertainmentfunktionen seines Mobiltelefons wie mp3 Player, Handyspiele, Video und Radio. Häufig verfügt dieser Typ über ein brandaktuelles Handy.
Open Minded Type
Der Open Minded Type ist eher weiblich und zwischen 20 und 39 Jahre jung. Dieser Typ telefoniert viel, schreibt zahlreiche SMS und fotografiert gerne mit dem Handy. In dem Open Minded Type liegt noch Potenzial für komplexere Anwendungen und Features, denn ein neues Handy muss bei diesem Typ mit mp3 Player und Bluetooth ausgestattet sein.
Pragmatic Business Type
Der Pragmatic Business Type ist sehr häufig männlich, zwischen 40 und 59 Jahre alt und geschäftlich viel unterwegs. Das Mobiltelefon ist sein Mobilitätsgarant, um überall für seine Kunden erreichbar zu sein. Er schätzt besonders die praktischen Funktionen seines Mobiltelefons wie die Organizerfunktionen und eine gute Freisprecheinrichtung.
Standard Basic Type
Dieser Typ ist eher weiblich und meist zwischen 40 und 49 Jahre alt. Die Handynutzung erfolgt eher privat; dabei nutzt der Standard Basic Type vor allem die Basisfunktionen des Handys, also die Telefon- und SMS-Funktion. Somit stellt dieser Typ nur geringe Anforderungen an ein Mobiltelefon, das auch ruhig älter sein kann.
Conservative Assurance Type
Dieser Typ gehört häufig in die Altersgruppe zwischen 60 und 69 Jahre und nutzt überdurchschnittlich häufig die Basisfunktionen eines Handys, wie die Anruf- und SMS-Funktion. Das Mobiltelefon wird als ständiger Begleiter gesehen, der Sicherheit vermittelt und unverzichtbar ist.
Simple Backup Type
Der Simple Backup Type ist überwiegend zwischen 50 und 69 Jahre alt und nutzt das Handy meist seltener als einmal pro Woche. Entsprechend gering sind auch die Anforderungen an das Handy, das oft über zwei Jahre alt ist. Das Handy ist kein Ersatz für eine direkte persönliche Kommunikation, sondern nur für den Notfall gedacht.
Bei der Verteilung der Typen im Markt und dem jeweiligen Zukunftspotenzial fällt auf: Der deutsche Mobilfunkmarkt ist zweigeteilt. Die eine Hälfte verwendet ihr Mobiltelefon multifunktional und ist an weiteren Funktionen und Services interessiert. Für die andere Hälfte der Mobilfunknutzer kommen jenseits von Telefonie und SMS im Moment kaum weitere Anwendungen in Betracht.
Basis: Mobilfunknutzer/innen zwischen 14 und 69 Jahren (n=1.011)
2.2 Mobile Scan 2009 - Akzeptanz von Mobile Marketing Services
Im Rahmen der Mobile Market Segmentationsstudie hat IFAK auch die Akzeptanz von 27 Mobile Marketing Services untersucht. [mehr]
Je nach Anwendungsnutzen und konkretem Mehrwert schwankt der Grad der Zustimmung, welche Services genutzt werden würden, was folgende Beispiele verdeutlichen:
- Travel Service: Vier von zehn (38 Prozent) Handynutzern würden Informationen über aktuelle Abfahrtszeiten nutzen.
- Mobile Ticketing: Ein Drittel der Handynutzer (33 Prozent) würde Parktickets und Fahrkarten mobil kaufen.
- Content Services: Fast ein Drittel (30 Prozent) würde sich freuen, die aktuellen Benzinpreise ihrer Stammtankstelle direkt auf das Handy übermittelt zu bekommen.
- Mobil Couponing: Drei von zehn Handynutzern (30 Prozent) akzeptieren Rabatt-Coupons über das Mobiltelefon, wenn sie diese beim nächsten Einkauf einlösen können.
- Mobile Finance: Jeder Dritte (32 Prozent) würde bei der Suche nach der nächsten Bankfiliale oder dem nächsten Bankautomaten auf Infos per Handy zurück greifen.
- Mobile Response: Ein Viertel (25 Prozent) akzeptiert Werbung, wenn im Gegenzug Freiminuten oder Gratis-SMS dafür angeboten werden.
- …
3. Downloads & Publikationen der Studie
Hier können Sie u.a. den eReport Basic direkt herunter laden.
eReport-Basic.pdf
Aktuelle Publikation in der Media Spectrum; von Andrea Eisenblätter und Kerstin Harth: Punktgenauigkeit statt Gießkannenprinzip.pdf
Im “eReport Professional” werden alle Mobile Marketing Services ausführlich dargestellt.